Nachhaltige Waldwirtschaft - Primärwälder
So genannte Primärwälder, also unberührte Urwälder sind heute kaum noch vorhanden. In Europa praktisch gar nicht mehr, lediglich weite Teile der tropischen Regenwälder zählen zu dieser Waldform.Finden allerdings menschliche Eingriffe in den Regenwäldern statt, so bedeutet dies nicht, dass die Wälder in eine nachhaltige Waldwirtschaft überführt werden. Meistens werden diese komplett gerodet, um als Papierlieferant, eine neue Benutzung als Plantage für z.B. Akazien- oder Eukalyptusplantagen oder um als Rinderweide zu dienen, und somit in eine neue Landnutzungsform gewandelt zu werden.
Eine nachhaltige Waldwirtschaft in den Tropen durchzusetzen gestaltet sich, gegenüber der Durchführung in Europa, als schwieriger, da das Fällen von Bäumen einen weitaus größeren Einfluss auf den Waldboden und das Waldökosystem hat und die nachfolgende Erosion weitaus gravierender ist. Allerdings ist mit dem heutigen vorhandenen Wissen eine nachhaltige Waldwirtschaft in den Regenwäldern möglich.
Ein wichtiger Punkt sind dabei Landnutzungs- bzw. Eigentumsrechtsrechte, die in den Regenwäldern kaum vorhanden sind und bisweilen auch nur eine untergeordnete Rolle spielten. Die Ressourcen wurden als unendlich angesehen, und somit waren den Einwohnern der Regenwaldgebiete bis vor kurzem die Begriffe der Landnutzungs- bzw. Eigentumsrechtsrechte vollkommen unbekannt.
Das Interesse daran steigt mittlerweile zwar stetig, dennoch ist die Einhaltung und Durchsetzung dieser Rechte nicht einfach. Immer wieder kommt es zu Konflikten zwischen ansässigen Bewohnern und neuen Landbesitzern bzw. Konzessionsinhabern, die nicht immer nur verbal verlaufen.
Aufgrund der offensichtlichen unterschiedlichen ökologischen, ökonomischen und sozialen Ausgangssituationen bestehen grundsätzlich verschiedene Anforderungen zur Umsetzung nachhaltiger Waldwirtschaft in den Regenwäldern und Europa.